Mittwoch, Januar 25, 2006

Astrid Klug: Umweltjournalismus weckt Interesse fuer oekologische Zusammenhaenge

Pressedienst Nr. 012/06 Berlin, 24. Januar 2006

Astrid Klug: Umweltjournalismus weckt Interesse fuer ökologische Zusammenhaenge

Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretaerin im Bundesumweltministerium, hat eine kontinuierliche und fundierte Umweltberichterstattung als wichtigen Beitrag gewuerdigt, Verstaendnis und Interesse fuer die Belange der Umwelt zu wecken: �Ob Klimawandel oder Artenschutz, gesunde Nahrungsmittel oder Muelltrennung, Fledermaeuse im Dachboden oder Raubbau am Regenwald - gute Kenntnisse und anschauliche Darstellungen zeichnen eine anspruchsvolle Berichterstattung aus. Wer komplexe oekologische Zusammenhaenge versteht, der verhaelt sich moeglicherweise auch umweltbewusster oder engagiert sich sogar selber fuer eine intakte Umwelt�, sagte Klug heute bei der diesjaehrigen Verleihung der Medienpreise der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in Berlin.

Den ganzen Text finden Sie auf der BMU Website wenn Sie die Überschrift anklicken.

Mittwoch, Januar 18, 2006

::Das mediale Umfeld der Taxonomie::

Als Taxonomen sind wir Teil der Gesellschaft und müssen mit dieser, wollen wir weiter von dieser anerkannt und vor allem finanziert werden, erfolgreich kommunizieren. Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht, die ich hier zu Diskussion stellen möchte.

Das derzeitige gesellschaftliche Umfeld erscheint mir als besonders günstig, die Anliegen und Bedeutung der Taxonomen in die Öffentlichkeit und damit schließlich in die Politik zu tragen. Ich will dieses kurz erläutern.

Das Umfeld stellt sich mir wie folgt dar. Die CBD (Convetion on Biological Diversity), die Umweltkonvention, hat der Taxonomie erstmalig und auf UN Ebene, der politisch höchsten Ebene und dem damit verbundenen Ansehen, bestätigt, das die Taxonomie eine Schlüsselwissenschaft zur ihrer Umsetzung und zur Lösung der Umweltprobleme ist. Diese Legitimität kann keine andere Wissenschaft für sich beanspruchen! Diesen Impuls, der auf Konferenzen der CBD weiter verstärkt wird, gilt es auf nationaler Ebene effektiv umzusetzen. Ein Teil der Umsetzung leistete Deutschland bereits, in dem es als einer ersten und bestausgestatteten nationalen Kontaktstellen einrichtete.

Ich sehe auf nationaler Ebene darüber hinaus ein starkes gesellschaftliches Interesse an wissenschaftlichen Fragen. Die sei am Beispiel des Fernsehprogrammms dargestellt. Als Indikator sind hier insbesondere die Privatsender geeignet, die sich keinem besonderen Bildungsauftrag verpflichtet fühlen. Diese Sender spüren dem Zeitgeist nach und sind an einer Quotenmaximierung interessiert. Sendungen und Formate die sich hier erfolgreich etabliert haben entsprechen den Interessen der Zuschauer.

Trotz möglicher Kritik an der Wissenschaftlichkeit und der Art und Weise der Darstellung, die geübt werden kann, ist zu konstatieren, das sich wissensnahe (und wissenschaftsnahe) Inhalte großer Beliebtheit freuen. Eine komplette Auflistung wäre hier zu lang, es seien nur einige Formate genannt.

1) "Wer wird Millionär" Formate finden sich auf allen Sendern, hier geht es auch um die spannende Vermittlung von Wissen
2) "Clever, die Show die Wissen schafft" (SAT1)
3) Galileo (Pro 7), "Welt der Wunder"
4) "Gut zu Wissen, dem Alltag auf der Spur" (K1), "MythBuster - Die Wissensjäger" (RTL II)
5) nano (3SAT), hitec (3SAT), DELTA (3SAT), Terra X (ZDF), "Länder - Menschen - Abenteuer" (ÖffRecht)
6) Dokumentationen auf N24 und NTV, Discovery Chanel, "Abenteuer Leben" (K1)
7) Spiegel TV Themenabende (VOX), "BBC exclusive" Reihe (VOX)

Viele dieser Formate werden mehrmals pro Woche zwischen 18:00 und 20:00 Uhr gesendet, also zu prominenter Zeit; sie werden nicht "ins Kopfkissen gespielt". Dieses würde nicht geschehen, wenn sich diese Formate nur Randgruppeninteresse bedienen würden. In diesem Zusammenhang stehen natürlich auch die technisch anspruchsvollen und teuren Animationsfilme, teilweise in Spielfilmlänge und im Abendprogramm, in denen insbesondere Dinosaurier und andere Fossilien mit Fleisch und Leben ausgestattet werden (BBC zusammen mit anderen Sendern) und die sehr erfolgreich vermarktet werden. Mehrfache Wiederholungen und DVD Ausgaben unterstreichen den Publikumserfolg.

Neben diesen wissenschaftsnahen Sendungen sei die Aufmerksamkeit noch auf Kriminalfilme und -serien gelenkt, die sich derzeit allerbester Quoten erfreuen. Hier nur eine fragmentarische Liste: "Der Letzte Zeuge" (ZDF), "CSI" plus zwei Ablegern (VOX, RTL) und "Medical Detectives" (VOX). Natürlich geht es hier nicht um Wissensvermittlung. Die starke Betonung der wissenschaftlichen Arbeitsweise und der Erfolg beim Publikum, zeigen jedoch, ebenso wie die oben genannten Titel, eine große Empfänglichkeit beim Publikum für dieses Arbeiten. Daher ist beispielsweise der forensische Entomologe Dr. Benecke, Netzwerkmitglied von BioNetworX, sehr oft Gast in den genannten Formaten und in "Talk Shows" auf denen er seine Arbeitsweise darstellen kann. Man fragt sich schon, wann der eigentlich arbeitet ...

Das Publikum ist offensichtlich bereit, sich auf wissenschaftsnahen Themen einzulassen, und sich zu wundern, zu wundern über die Natur und über die Leistungen der Wissenschaft. Sich über etwas zu wundern ist der erste Schritt zur Wissenschaft. Gleichzeitig wird vermittelt, dass Wissenschaft spannend ist!

"Wissenschaft", insbesondere die Biologie, scheint mir in der Öffentlichkeit positiv belegt und ein Thema zu sein, das viele Zuschauer spannend finden. Dabei ist interessant, dass diese Fernsehformate selten die Biodiversitätskrise behandeln. Ein Bedrohungsszenario erscheint also nicht notwendig um Interesse zu wecken, vermutlich ist es eher kontraproduktiv.

Diesen Hintergrund gilt es, meines Erachtens für die Anliegen der Taxonomie zu nutzen! Die taxonomische Gemeinschaft muss in diesem Chor selbst die Stimme erheben und mit fachlich fundierten und spannenden Beiträgen hörbar werden. Sie darf dieses Feld nicht anderen überlassen.

Der Weg dazu ist die Verstärkung und Institutionalisierung der Pressearbeit für die Taxonomie, in dem Journalisten und die Presseverteiler mit taxonomischen Themen bedient werden. Dabei darf nicht auf die Probleme abgestellt werden, dass wir mehr Geld und Stellen brauchen (das braucht jeder), es muss vielmehr positiv formuliert die Wichtigkeit taxonomischer Arbeit für aktuelle Fragen und Probleme der Gesellschaft herausgestrichen werden (siehe die zusammengestellten Fallgeschichten und Vogelgrippe). Der Terminus "Taxonomie" muss positiv besetzt werden. Es muss gezeigt werden, dass Taxonomie spannend ist, nur dadurch können wir weitere Unterstützung gewinnen. Diese positive Außendarstellung muss auch in die taxonomische Gemeinschaft hineingetragen werden, um dort weitere Aktivitäten zu ermuntern und zu initiieren.

Soweit einige Gedanken zum Thema. Über Eure Rückmeldung und eine lebhafte Diskussion hier im GTI-Webblog würde ich mich sehr freuen!!

von Fabian Haas

Dienstag, Januar 17, 2006

Spinne des Jahres 2006

Ein Chamäleon unter den Spinnen: Die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) ist Europäische Spinne des Jahres 2006

Überschrift ist die Verknüpfung.

Montag, Januar 16, 2006

Internationaler Tag für die Biodiversität

International Day for Biodiversity












Das gibt es auch konkrete Ideen, was man alles machen kann, um den Tag bekannter zu machen.

Wie immer ist die Überschrift die Verknüpfung:

Freitag, Januar 13, 2006

Neuer Exekutivsekretär Ahmed Djoghlaf der CBD

Die Umweltkonvention CBD hat seit 01.01.2006 einen neuen Executivsekretaer, *Ahmed Djoghlaf*. Er ist Algerier, 52 Jahre alt und arbeitete zuvor in Nairobi bei der UNEP und der Global Environmental Facility. Dies ist der Finanzierungsmechanismus der CBD. Natuerlich besteht da die Hoffnung, dass das die Finanziellen Moeglichkeiten der CBD und von CBD relevanten Projekten verbessert.

Seine gesamte "Antrittsrede" ist unter http://www.biodiv.org/doc/press/2006/pr-2006-01-cbd-en.pdf
zu finden.

Wir in der GTI Kontaktstelle wuenschen ihm einen guten Start und viel energie um die CBD weiter auf Kurs und effizient zu halten.

Andy Polaszek von der ICZN im Interview

Im Schweizer Radio gab es ein Interview mit Andy Polaszek von der ICZN. Darin geht es um neue Impule fuer die Taxonomie, wie BarCoding und ZooBank. Im Interview wwird aber auch schoen erklaert was Taxonomie macht und warum sie wichtig ist (Siehe auch die Fallgeschichte mit der Vogelgrippe)

http://www.drs.ch/drs2kontext.html unter " Mittwoch, 11.01.2006 09.05 - 09.35" " Magazin mit Naturwissenschaft und Medizin" findet sich das Link zum RadioStream. Leider kann man sich nur die ganze Sendung anhoeren und das interview im "Kontext" kommt als letztes. Trotzdem empfehlenswert.

Sehr schoen auch, dass wir wieder ein Forum bekommen haben.

Montag, Januar 09, 2006

Insekt des Jahres 2006

Glücksbringer Siebenpunkt ist Insekt des Jahres 2006

Die Überschrift ist die Verknüpfung ...

Jahr der Naturparke

Pressedienst Nr. 002/06
2006 ist das "Jahr der Naturparke"

Im Jahr 2006 veranstalten der Verband Deutscher Naturparke und EUROPARC Deutschland das �Jahr der Naturparke� ...

Was hat die Vogelgrippe mit Taxonomie zu tun??

Die erste oberflächliche Antwort heisst natürlich: nichts! Die Vogelgrippe scheint ein Problem zu sein, dass vor allem Mediziner und Tierörzte umtreibt und selbstverständlich auch Geflügelzüchter. Vom Kleinbauern bis zum Großbetrieb ist die massenhafte Keulung des Geflügels ein schwerer wirtschaftlicher Schlag, der manche Existenz bedroht. Aber Taxonomen? Sind das nicht die Leute die nur Vogelbälge abstauben und esoterische Daten handschriftlich in abgegriffene Karteikarten eintragen?


Nein, so sind die Taxonomen nicht. Erstens benutzen sie Computer und die Daten sind durch taxonomische Initiativen, wie GBIF (www.gbif.org) per Internet auf der ganzen Welt abrufbar. Zweitens sitzen Taxonomen nicht nur im Museum, sondern forschen global an oft sehr ungemütlichen Orten, wie das frostige Sibirien oder das feucht-heisse Asien. Dabei spüren sie, detailversessen wie ein Kriminalist, Lebewesen nach. Mit wem hat "meine Art" Kontakt, was frisst sie und von wem wird sie gefressen? Wann und wo brütet sie, und wann ist sie überhaupt wo zu finden? Dies alles gilt es durch viele, einzelne Beobachtungen herauszufinden und ist biologische Basiswissen, auf dem sich vieles aufbauen läßt. Mit der letzten Frage, nach dem Wo ist die Art Wann, sind wir schon ganz direkt bei der Vogelgrippe.


Denn Vögel sitzen nicht ihr ganzen Leben an einem Ort, sondern ziehen über weite Strecken, oft über ganze Kontinente um den Jahreszeiten auszuweichen. Am bekanntesten ist sicher der Vogelzug über den Bosporus und viele von uns haben ihn schon im Urlaub bewundern können. Aber das ist nicht die einzige Route, es gibt noch ganz andere Vogelzüge, auch in Ost-West-Richtung. Deshalb kann uns die Vogelgrippe, die im Fernen Osten grassiert nicht egal sein: der Ferne Osten ist für viele Zugvögel gar nicht so fern. Sie pendeln regelmößig zwischen ihren europöischen und asiatischen Verbreitungsgebieten.


Woher wir das wissen? Ganz einfach: Taxonomen waren schon früh vom Vogelzug fasziniert und haben versucht herauszufinden, wo sich ihre Lieblinge herumtreiben. Das geschah durch die Beringung der Vögel. Ganz ohne Anwendung und ohne wirtschaftlichen Nutzen, vielleicht etwas exzentrisch, konnte damit in jahrzehntelanger Kleinarbeit die Wanderrouten der Vögel auf der Weltkarte nachgezeichnet werden. Diese Daten sind übrigens in einer weltweiten Initiative unter Beteiligung Deutschlands online abrufbar (www.groms.de). Daher wissen wir von dem Ost-West-Zug vieler Vögel und daher wissen wir, dass der Ferne Osten ganz nah ist. Damit auch die Vogelgrippe. Diese hat also sehr viel mit Taxonomie zu tun.


Die Vogelgrippe ein sehr eindrucksvolles Beispiel dafür, wie biologisches Basiswissen - oft gegen Widrigkeiten von einer weltweiten Gemeinschaft von Taxonomen erarbeitet - in einer immer kleiner werdenden Welt über Nacht extrem wichtig wird. Ohne die detektivische Kleinarbeit der letzten Jahrzehnte - über Nacht ließe sich der Vogelzug nicht erfassen! - könnten wir die Bedeutung der asiatischen Vogelgrippe für uns nicht richtig einschötzen. Wir wören nicht in der Lage angemessen zu reagieren.


Taxonmie ist oft langwierig und immer faszinierend und ihre Resultate oft über Nacht extrem wichtig!


Dazu auch folgende Pressemeldung
Turkey sits at major crossroads for migratory birds Turkish Press , 06 January 2006

ANKARA - Turkey, where two teenagers have died from bird flu in the first such fatalities outside Southeast Asia and China, is crossed by three major routes used by migratory birds blamed for the spread of the epidemic.

*Auf großem Fuß im Regenwald*

Von Christian Stöcker

*Es ist mal wieder so weit: Im malaysischen Regenwald wollen Arbeiter riesenhafte Affenmenschen gesichtet haben, sogar das Foto eines Fußabdruckes gibt es. Behördenvertreter sprechen von "Bigfoots" und wollen Kameras im Dschungel installieren. SPIEGEL ONLINE ist elektrisiert.


FORSCHUNG FÜR MUTIGE

*Der Spinnenjäger von Frankfurt*

*In dunklen Höhlen und tropfenden Wäldern sucht ein Forscher aus Frankfurt das, was andere Menschen meiden: Der Mann ist Spinnenjäger. Hundert unbekannte Arten hat er während seiner Expeditionen schon aufgespürt und klassifiziert.

USA: Sturmangriff der Schnecken

Klimaänderung sorgt für Trockenheit und Explosion der Weichtiere

Gainesville/Florida (pte/17.12.2005/06:15) - Die zunehmende Trockenheit hat Millionen von kleinen Schnecken zu den Salzmärschen der südlichen USA gelockt. Die Schnecken der Spezies Littoraria irrorata, die nur etwa 2,5 Zentimeter groß sind, nehmen in den Feuchtgebieten überhand. Experten warnen davor, dass die Trockenperioden durch die globale Erwärmung diese Situation des ökologischen Breakdown noch verschlimmern könnte, berichtet das Wissenschaftsjournal Nature http://www.nature.com.

siehe auch hier: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=051217001